Felix Ries im Interview
Greenfort. Warum?
Das steht auf meiner Visitenkarte.
Rechtsanwalt
Welche Aufgabenbereiche als Counsel sind dir besonders wichtig oder machen dir besonders Spaß, insbesondere im Vergleich zu deiner Zeit als Associate?
Als Counsel ist man – bildlich gesprochen – ein halber Partner: Mandate betreut man genauso selbständig wie ein Partner, man trägt aber weniger unternehmerische Verantwortung. Es macht gegenüber der Associate-Zeit viel Spaß, Mandate völlig selbständig zu bearbeiten und für Mandanten klar der primäre Ansprechpartner zu sein. Auch die Zusammenarbeit mit und Ausbildung von Associates und Referendaren und Referendarinnen macht mir immer viel Spaß.
War die Position des Counsels ein bewusstes Karriereziel für dich?
Ja, das war definitiv ein bewusstes Karriereziel für mich, jedenfalls für den Moment. Ich habe drei kleine Kinder und glaube, dass ich meinen Aufgaben als Anwalt und Familienvater in der Counsel-Rolle am besten gerecht werden kann. Einer der wichtigsten Punkte bei der Greenfort-Karriereplanung ist aber, dass niemand gegen seinen Willen in einer Rolle festgehalten wird. Und wer weiß, wie es weitergeht, wenn die Kinder größer sind. Wenn – wie bei Greenfort – alle Seiten an einer ehrlichen und dauerhaften Zusammenarbeit interessiert sind, ist alles möglich…
Du arbeitest in Teilzeit und hast Elternzeit genommen – eine Kombination, die in der Anwaltsbranche noch nicht alltäglich ist. Wie unterstützt Greenfort dich bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Aus meiner Sicht sind zwei Faktoren entscheidend: Große Flexibilität und ernsthaftes Verständnis. Wir leben bei Greenfort die maximale zeitliche Flexibilität, d.h. jede Anwältin bzw. jeder Anwalt kann arbeiten, wann und wo es ihr oder ihm am besten gefällt. Selbstverständlich muss man Gerichts- und Mandantentermine eigenverantwortlich wahrnehmen, aber man muss keine feste Zeit im Büro „absitzen“. Wenn der Kindergarten mal wieder wegen Personalmangels um 12 Uhr schließt oder ein Kind krank ist, sind die Arbeit im Home-Office und die flexible Arbeitseinteilung Gold wert. Genauso ist das Verständnis der Kollegen und insbesondere der Partner wichtig. Alle reagieren positiv darauf, wenn man in einer Videokonferenz z.B. ein krankes Kind auf dem Schoß hat. Effizientes Arbeiten ist übrigens auch eine Eigenschaft, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich erleichtert.
Welche Ratschläge würdest du Berufseinsteigern bei Greenfort geben, die eine ähnliche Karriere wie deine anstreben?
Ich begegne oft der Fehlvorstellung, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Kanzleien schlecht und bei Behörden oder Rechtsabteilungen gut sei. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ich kenne viele Juristen und Juristinnen, die bei Behörden oder Rechtsabteilungen unflexible Arbeitszeiten und wenig spannende Aufgaben haben. Ich fange z.B. sehr früh an, dafür verbringe ich trotz meiner 80-%-Stelle mindestens drei, meistens vier Nachmittage pro Woche mit meinen Kindern. So viel Flexibilität in Kombination mit spannenden Mandaten ist möglich, wenn man wirklich versucht, die Anwaltsarbeit mit der familiären Situation zu vereinbaren.